Januar 2016

Nenn mich Chuck Norris.

Nenn mich Chuck Norris.

KLISCHEES. Reden wir kurz über Vorurteile. Das des harten Mannes, beispielsweise. Über echte Kerle und toughe Typen. Männer, die sich nicht haben aufweichen lassen von Genderwahnsinn, Homophilie und lästigen Gerüchten über irgendeinen Klimawandel. Unter diesen Pfosten des Patriarchats kursiert das Gerücht, Künstler seien allesamt Diven und empfindlich wie Mimosen. Mit Ambivalenzen können sie nichts anfangen, Nenn mich Chuck Norris. weiterlesen

Lass ma‘ Jesus gucken.

Lass ma‘ Jesus gucken.

Das wird ein Verriss. Schon Tage vor der Premiere von „Jesus Christ Superstar“ geistert mir dieser Gedanke durch den Kopf. Ich mag Musicals nicht. Sie sind mir zu bunt, zu schwülstig, zu zwanghaft-fröhlich und zu plakativ. Ich werde mich lustig machen müssen über verkleidete Leute, die mit weit aufgerissenen Augen und Mündern durch ein überladenes Lass ma‘ Jesus gucken. weiterlesen

Käffchen mit Liliane A.

Käffchen mit Liliane A.

Schwalben. Nach einer Dreiviertelstunde gelingt es mir endlich, die Vögel zu identifizieren, die zu hunderten auf ihren grauen Schlabberpulli gedruckt sind. In meinen Notizblock hatte ich zu Beginn unserer Unterhaltung „Möwenpulli?!“ gekritzelt. Irgendwie hätte das auch zu ihr gepasst: Möwen. Sie hat was Norddeutsches. Nicht nur, weil auf ihrer Strickmütze ein Anker prangt. Ich kann Käffchen mit Liliane A. weiterlesen

Und am Ende ist Pogrom.

Und am Ende ist Pogrom.

Als wir uns an der Pforte vorm Foyer treffen, weiss der junge Mann mit dem zartrosafarbenen Hoodie noch nicht, was ihn erwartet. Wir begrüssen uns im Regen, die Leute gucken, wie immer, wenn der menschliche Papagei in seinem pinken Rollstuhl irgendwo auftaucht. Ich hole die Tickets, kehre zurück, Simon hat sein Handbike mittlerweile abgeschlossen und Und am Ende ist Pogrom. weiterlesen