Zum Inhalt springen

Das Leben der Anderen, Teil

Wie jedes Jahr während der “ganz normalen Grippe-Welle” warnt die Schweizerische Gesellschaft für Intensivmedizin, dass die Intensivstationen in der Schweiz so gut wie voll sind und halten alle Gesunden dazu an, im Rahmen einer Patientenverfügung zu bestimmen, ob sie im Ernstfall lebenserhaltene Massnahmen wünschen oder nicht.

Ich muss dieser Tage häufiger an Jared Diamonds Buch “Kollaps” denken. Darin wird anschaulich beschrieben, mit welch solidarischer Schwarmintelligenz Gesellschaften auf augenscheinliche Risiken reagieren, weil Gewohnheit so gemütlich und (vorübergehender) Verzicht so ungemein mühselig ist.

Diese ganzen “Widerstandsbewegungen”, die sich dieser Tage gegen die “Corona-Diktatur” auflehnen, scheinen den Unterschied nicht zu merken: Historisch nennenswerte Résistance basiert auf der Bereitschaft von Menschen, ihr Leben für die Freiheit anderer zu riskieren. Nicht darauf, im Namen der eigenen Freiheit das Leben anderer auf’s Spiel zu setzen.

Vielleicht waschen wir uns doch einfach weiterhin die Hände, halten die Hufe still und überlegen uns, wie lange wir an einer Maschine hängen wollen im Ernstfall.

_____
Photo by CHUTTERSNAP on Unsplash

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.