Ins Theater

Diverse Unbekannte.

Diverse Unbekannte.

„Die Kunst“, sage ich zu ihr, und es entsteht eine lange Pause, während der wir bedeutungsschwanger ins Nichts starren. „Die Kunst“, wiederholt sie nach etwa sechs Minuten, dann stehen wir auf und nehmen unsere Plätze in der vierten Reihe des Theaters wieder ein. „Fauvel“ wird gegeben, die Uraufführung eines Vokaltheaters. Wir, das heisst: sie, also: Diverse Unbekannte. weiterlesen

Schlaf weiter, Schönheit.

Schlaf weiter, Schönheit.

Fünf Minuten nach Beginn der Vorstellung lehnt Simon sich zu mir rüber und murmelt: „Schon das war besser als der gesamte letzte Abend“. In den folgenden knapp eineinhalb Stunden nickt mein wie immer bunt gekleideter Sitznachbar noch ein paar Mal zustimmend mit dem Kopf. Ihm gefällt scheinbar, was er da auf der grossen Bühne des Schlaf weiter, Schönheit. weiterlesen

Ein Kind für alle?

Ein Kind für alle?

  Diverse Konstellationen, in denen Menschen ihre Sehnsucht nach Nachwuchs nicht einfach so erfüllen können, landen in „Ein Kind für alle“ auf der schlichten Bühne. Um zeugungsunfähige Männer und Frauen geht es, um dänische Samenbanken, indische Leihmütter, jüdische Adoptiveltern und interkontinentale Geschwisterpaare. Der wesentliche Unterschied zu den meisten Beiträgen, die zu diesem ethisch nicht ganz Ein Kind für alle? weiterlesen

Wuttke vs. Megge.

Wuttke vs. Megge.

Der junge Mann, der mich zur Drummeli-Premiere begleitet, ist gebürtiger Basler. Luis Manuel ist Jahrgang 1994, zur Hälfte Portugiese und seit seiner Kindheit von Musik begeistert. Seit er 12 ist, spielt er selber Schlagzeug, unter anderem in einer Jazzband. In seiner Freizeit legt er auf. Die Fasnachts-Trommelei war für ihn bisher nie ein grosses Thema, Wuttke vs. Megge. weiterlesen

Lass ma‘ Jesus gucken.

Lass ma‘ Jesus gucken.

Das wird ein Verriss. Schon Tage vor der Premiere von „Jesus Christ Superstar“ geistert mir dieser Gedanke durch den Kopf. Ich mag Musicals nicht. Sie sind mir zu bunt, zu schwülstig, zu zwanghaft-fröhlich und zu plakativ. Ich werde mich lustig machen müssen über verkleidete Leute, die mit weit aufgerissenen Augen und Mündern durch ein überladenes Lass ma‘ Jesus gucken. weiterlesen

Und am Ende ist Pogrom.

Und am Ende ist Pogrom.

Als wir uns an der Pforte vorm Foyer treffen, weiss der junge Mann mit dem zartrosafarbenen Hoodie noch nicht, was ihn erwartet. Wir begrüssen uns im Regen, die Leute gucken, wie immer, wenn der menschliche Papagei in seinem pinken Rollstuhl irgendwo auftaucht. Ich hole die Tickets, kehre zurück, Simon hat sein Handbike mittlerweile abgeschlossen und Und am Ende ist Pogrom. weiterlesen