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Übergewichtige Texte

Kürzlich habe ich an meinem ersten Poetry-Slam teilgenommen. Eigentlich nicht so mein Format, um ehrlich zu sein, mir ist diese Mischung aus Comedy und Poesie ein bisschen unheimlich. Aber man kann ja nicht immer auf seinen Vorurteilen hocken bleiben. Also habe ich einen Text geschrieben. Einen eher poetischen. Und bin mit ihm aufgetreten. Was eine gute und gleichzeitig nicht so eine gute Idee war. 

Der mit Abstand grösste Teil des Publikums war unter 18 und nicht freiwillig bei der Veranstaltung: Gymnasialschulklassenausflugsgruppen. Ich wusste sofort, dass ich einen der hinteren Plätze belegen würde.

Ich kann die Finger einfach nicht von diesem sperrigen Thema „Kranke Seele“ lassen. Damit gewinnt man auf einem Slam logischerweise keinen Blumentopf – es sei denn, man schreibt was Saulustiges über potentiell tödliche Krankheiten. Was verlockend und sicher möglich, aber nicht so einfach ist.

Wirklich lustig zu schreiben über diese todernste Störung, das wird wohl irgendwie mein Lebensziel bleiben. Ohne das Thema zu verraten. Oder die vielen Menschen, die auch an psychischen Störungen erkrankt sind.

Aber noch ist das Meiste, was ich zu diesem Thema schreibe, eher schwer verdaulich. Den Text, den ich für den Slam geschrieben habe, veröffentliche ich jetzt trotzdem hier. Er ist, wie schon gesagt, ziemlich ernst und unlustig. Ausserdem ist er innerhalb einer knappen Stunde entstanden und nicht mehr überarbeitet worden. Eher roh also. Aber ich mag ihn irgendwie.

Deswegen jetzt hier: Le Text. Viel Spass beim Lesen. Feedback appreciated.

 

2 Kommentare

  1. Wow! Das ist ein ganz toller Text. Traurig, poetisch, schön, berührend, verletzlich, bildgewaltig – es entsteht ein Sog, der Text zieht und zerrt an einem – wie ein Rudel räudiger Hunde – und am Ende steht ein vielleicht ….

    • Man hört nicht allzu oft, wie Leute die eigenen Texte wahrnehmen – deshalb erst recht: Danke für die ausgesprochen positive Rückmeldung! Freut mich sehr.

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